Zur Geschichte des Funkensonntags...

Der Funkensonntag hat in Schruns eine lange Tradition. Einige Artikel, unter anderem aus dem Montafoner Heimatbuch, liefern farbenfrohe Schilderungen des Brauchtums und interessante historische Aspekte:

Alte Fasnat. Heute fast überall Funkensonntag genannt. In allen Dörfern wird abends nach Eintritt der Dunkelheit ein aufgeschichteter Holzturm abgebrannt. Früher gab es die Funkenfeuer in jeder größeren Parzelle. Der Brauch geht jedenfalls sehr weit zurück und erstreckt sich vom Montafon bis in den Schwarzwald. Trotz vieler Verbote weltlicher und kirchlicher Stellen hielt sich das Fest durch die Zeiten.

Unter großem Aufsehen wird eine lange Tanne aus dem Wald geholt, bis zur obersten Krone hinauf entastet und dann am Funkenplatz aufgestellt. Dann werden die Holzstücke, die schon früher gesammelt und vorbereitet wurden, rings um den Baum in kunstvoller Weise aufgestapelt. Man trachtet dabei möglichst hoch zu kommen. Oben in der Krone des Baumes aber hängt eine Strohpuppe, die Funkenhexe. Sie ist mit Pulver geladen und es gilt als Höhenpunkt des Festes, wenn sie mit lautem knall zerrissen wird. (Montafoner Heimatbuch, S. 265)

Die größten Funken können eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Obwohl das Funkenfeuer und die Hexenverbrennung sehr ähnliche Bilder darstellen, haben sie aber nichts miteinander zu tun. (vgl.: http://www.uibk.ac.at/volkskunde/infoservice/funkensonntag.htm)

Die Funkenfeuer im Laufe der Zeit

Der erste Beleg für den am Funkensonntag stattfindenden Feuerbrauch stammt aus einem lateinischen Brandbericht des Benediktinerklosters Lorsch aus dem Jahr 1090. Laut Bericht wurde der Brand des Klosters durch eine brennende Holzscheibe entfacht, die die Burschen am Abend des 21. März 1090 geworfen hatten. Weitere Belege aus dem 15. Jahrhundert (Basel), sowie des 16. und 17. Jahrhunderts (Luzern, Bregenz, Innsbruck), belegen die einstige Verbreitung des Brauchs.

Erst mit der Aufklärung wurde er zurückgedrängt. Die Verbrennung einer Hexenpuppe auf dem Funken ist nicht ein Rest der schrecklichen Hexenverbrennungen der frühen Neuzeit, sondern vermutlich erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an die Fastnacht entstanden.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhr der Funkenbrauch in Vorarlberg einen starken Aufschwung. Trotz Brennstoffmangels brannten dort überall zahllose Feuer. Der Funken diente in dieser Zeit als Instrument zur Identitätsfindung der Vorarlberger Bevölkerung. Das Feuer symbolisierte auf politischer Ebene eine als notwendig empfundene "Reinigung", es versprach die Überbrückung tief aufgerissener Gegensätze in den Dörfern und es veranschaulichte die wiedererreichte Selbständigkeit des Landes Vorarlberg. Mehr als je zuvor wurde der Funken in Vorarlberg zum Landesbrauch schlechthin.

Bauernregeln

"Sieht man am Funkensonntag viele Sterne, dann gibt es in diesem Jahr viele Kirschen"
"Wenn es am Funkensonntag lange Eiszapfen hat, gibt es einen langen Flachs"